Narella Schnabel: La luna rosa

Heute gibt es einen spanischen Beitrag von Narella Schnabel über den Mond, das Verweilen und über vielleicht verpasste Möglichkeiten.

La luna rosa

Ay
la luna de ayer
rescataba cualquier alma repartida en contenedores.
Una luz rosa
que todo lo podía
y que si la hubieras visto a tiempo
este poema no estaría metiéndose en la cama
ni tú dejarías las cosas
casi a punto de hacerlas

Pink Moon

Ach, 
der gestrige Mond –
selbst aus dem letzten Winkel jeder Mülldeponie
hätte er eine verlorene Seele retten können.
Allmächtiges
pinkfarbenes Licht –
diese Zeilen vor dem Schlaf
und dich vor deiner Lauheit
hätte es bewahren können.

(Übersetzung von Angel André Osorio)

Una luz rosa
que todo lo podía

Narella Schnabel (Buenos Aires, 1995) besuchte Schreibworkshops namhafter Persönlichkeiten der spanischsprachigen Literaturwelt, darunter Marta Sanz und María Negroni. Sie war Finalistin beim Wettbewerb „Nuevas Miradas“ auf der Feria Internacional del Libro de la Ciudad de Nueva York. Ihre Gedichte trug sie auf verschiedenen internationalen Buchmessen in den USA, Spanien und Argentinien vor. Das Gedicht „La luna rosa“ („Pink Moon“) / „Por qué te fuiste“ (Warum musstest du gehen“) ist ein Auszug aus ihrem Gedichtband Las mil razones.

Ihr Instagram lautet: @laplumadeella.

Kuration: Angel André Osorio

Redaktion, Design und Bildauswahl: Anna W. von Huber

Foto von Jei Lee auf Unsplash


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