Glauben wie Kinder
man sieht sie, die aufgerauten tage an
den kahlen stellen des kleinen bärs.
ein mädchen, das türen nur
ungern und zögerlich öffnet und sich
splitter einzieht, die ihr dann doch keiner glaubt –
eine flaute im argen. von wo du auch kommst.
der bär hat sofabraunaugen und heißt nur bär,
weil es mehr nicht braucht für sie als das
fell und die stille mit ihm, wenn sie beide eine
sprache sprechen, die aus einsamkeit
und in fantastisch zarte sätze sprießt. wo noch
sprechen.
sie brechen auf dort, die wälder, vor dem
fenster im licht, das sich bald schon hinter
türen versteckt; alles abgerundet von kinder-
augen am abend. adieu du wald, bis morgen,
haucht das mädchen gegen die scheibe
und sieht keine spuren, sie meint sich nur
an das viel weichere holz der bäume zu erinnern.
von dort kommst doch du.
braun ist er wie kurz vor schwarz, aber warm genug
wie unter den decken, wie unter den
lidern das restkitzeln eines traums. sie
heißt mädchen und er ist ganz bär; pustet manchmal,
wenn es weh tut im dunkel. und wo gehen wir hin.
,wenn sie beide eine
sprache sprechen, die aus einsamkeit
und in fantastisch zarte sätze sprießt. wo noch
sprechen.

Philipp von Bose
geboren am 30.03.1999 in München und wohnhaft in Gera.
Herr von Bose tat bisher einige Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien.
Aktuell macht er die Ausbildung zum Erzieher. Er veröffentlichte auch den Roman „Kohlmanns Weg“ beim NeroVerlag und zwei Gedichtbände bei BoD und beim Karin Fischer Verlag.
Kuration: Angel André Osorio
Redaktion, Design und Bildauswahl: Anna W. von Huber
Bild: Valentin BEAUVAIS


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