In den Köpfen der wilden Karden
In den Köpfen der wilden Karden geh ich um
Zwischen den wippenden Ästen des Haselnussstrauchs
Versteck ich mein Hab und Gut
Unter den Steinen am Weg zum nächsten Gehöft such ich mir Zuflucht
In den Brotkrumen, die vom Tisch fielen, als die Messer
Schwiegen voll Ehrfurcht, wo doch das Korn war
Ja das Korn, das früher die Schnitter so schwer
Geschnitten und heute die schweren Maschinen
Mit ihren Scheinwerferaugen sogar in der Nacht
Schneiden
Bin ich unter den Himmeln
Daheim
In den Köpfen der wilden Karden geh ich um

Andrea Heinisch
Andrea Heinisch, 1959 geboren, aufgewachsen in Wien. Matura in Tirol, Studium der Germanistik und Geschichte in Salzburg.
Lebt und schreibt in Wien und im Waldviertel. Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften (zuletzt in Literatur und Kritik und Podium) und Anthologien, zuletzt: Mein Waldviertel II, Hrsg. von Wolfgang Kühn. 2023 Henriette lächelt, Roman (Picus), 2024 Gute Kinder, Roman (Picus)
aheinisch@aon.at
Titelbild: Foto von Annie Spratt auf Unsplash
Kuration und Textauswahl: Angel André Osorio
Redaktion, Design, Bildauswahl: Anna W. von Huber


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